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| MEDIUM RELIGION
- MEDIUM RELIGION - ZKM Karlsruhe, 23.11.2008
– 19.04.2009
Die offizielle Webseite im Zentrum für
Kunst und Medientechnologie
Karlsruhe- Museum für neue Kunst:
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- Michael Beisel stellt die in diesem Raum
ausgestellten Kunstwerke in eigenen Kunstmappen vor: mehr
- Die Ausstellung MEDIUM RELIGION widmet(e)
sich dem globalen Phänomen medialer Präsenz
von Religion, die besonders in den elektronischen Massenmedien
sinnenfällig geworden ist. Dabei versucht sie mit durchaus
religionskritischer Stoßrichtung den Kern von Religion
aufzudecken, den sie als wesentlich medial bestimmt: „Die
Rückkehr der Religionen, von der man heute spricht, bedeutet
…nicht unbedingt, dass heutzutage mehr Menschen gläubig
geworden sind, sondern vielmehr, dass sich die Religionen aus
der privaten Sphäre des persönlichen Glaubens heraus
in die öffentliche Sphäre der visuellen Kommunikation
bewegt haben.
Die Religionen funktionieren dabei zum einen als repetitive
Maschinerien zur massenmedialen Verbreitung von mechanisch produzierten
Bildern.
Zum anderen hat diese Repetition ihr Vorbild in der Wiederholbarkeit
des religiösen Rituals, das der Entstehung aller späteren
medialen Techniken der Reproduktion zu Grunde liegt.
Die ursprünglichen Medien der Religion waren die Schrift
und das Buch mit der gleichen Aufgabe der Verbreitung des Glaubens.
Der Text diente allerdings auch dazu, den Glauben zu kanonisieren.
Ohne Schrift keine Kirche, ohne Schriftrollen kein Glauben.
Die Religion war also von Anfang an nicht nur an Medien gebunden,
sondern war vielmehr durch den Anspruch der Wiederholbarkeit,
den das Ritual verkörperte, selbst ein Medium. Die Religion
bediente sich also nicht nur der Medien Schrift und Bild, sondern
ist selbst ein Medium: Die Religion als Medium komplementiert
die Medien als Religion.“
(Textauszug von Ausstellungsmacher Boris Groys, Website der
Ausstellung: mehr
- Diese „mediale Seite der Religion“
möchte die Ausstellung durch Beispiele der religiösen
Propaganda wie auch anhand einzelner Werke zeitgenössischer
Künstler veranschaulichen.
In diesem Ausstellungsraum der rpi-Artothek haben
wir uns auf eine abbildbare Auswahl von Installationen beschränkt,
viele der (Video)kunstwerke sind aber weiter zugänglich
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- Ausserdem werden herunterladbare mp3-files
zum Anhören als Audiokommentar zur Ausstellung angeboten,
u.a. mit dem russischen Ausstellungsmacher Boris Groys (Medientheoretiker
und Philosoph) und dem ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Prof.Dr.Klaus
Engelhardt:
• Einführung in die Thematik der Ausstellung (2´14´´):
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• Installation „bios/ bible“ von robotlab
(3´30´´): mehr
• Twin Jesus Christs von Sang-Kyoon Noh (2´11´´):
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- Die Religion als Irrenhaus, Ein Kommentar von Karsten Huhn
/ idea: kathnet -
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- Andreas Mertin, Das neu erwachte Kunst-Interesse an der Religion
- mehr
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© Erklärung zu den Bildrechten:
Zu allen hier präsentierten Kunstwerken liegt die Genehmigung der
Künstler für den nichtkommerziellen, unterrichtlichen Gebrauch
(educational purpose / use only) vor. Bei dieser Verwendung bleibt die
namentliche Nennung des Künstlers unverzichtbar sowie die Gewähr,
dass ihre Werke bei der Reproduktion nicht verändert oder verfälscht
werden.
Diese Artefakte sind hier ausgestellt
- Twin Jesus Christs und For the Worshippers:
Übergroße Skulpturen im Pailletten-Stil des koreanischen
Künstlers Sang-Kyoon Noh (* 1958) stellen dem
Betrachter die Frage nach religiösem Kitsch und der Reproduzierbarkeit
religiöser Andachtsfiguren am Beispiel von Jesus (2001) und Buddha
(2008).
- Michael Beisel, Kunstmappe zu "Twin Jesus Christs"
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- Michael Beisel, Kunstmappe zu "For the Worshippers"
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- Mandala # 1 (from the Three Day Weekend project):
Das farbige Tempera-/ Ölbild von 2005 mit einem runden Loch in
der Mitte zum Hindurchschauen von Vitaly Komar (*
1943 in der UdSSR, lebt und arbeitet in New York) wird auf dem Foto
im Selbstporträt präsentiert.
Die drei Seiten des inneren Dreiecks tragen die Bezeichnungen „Friday“,
„Saturday“ und „Sunday“. Dabei lässt
sich über das Gebot des religiösen Feiertages als gemeinsamem
Beitrag der abrahamitischen Religionen zum humanitären Welterbe
nachdenken. Der Künstler möchte in diesem Gemälde seines
„Drei-Tage-Wochenende-Projekt“ die Vision einer humanen
Gesellschaft mit 30-Stunden-Woche aktualisieren und lädt zur
Beteiligung daran auch ausdrücklich vom Atheismus Überzeugte
ein.
- Michael Beisel, Kunstmappe zum "Drei Tage Wochenende Mandala"
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- Loups et chèvres regardent la video de Aïd-el-Kebir:
Der chinesische Künstler Huang Yong Ping (*
1954) stellt eine Gruppe von lebensecht ausgestopften Wölfen
und Ziegen auf Orientteppiche vor einen Fernseher, der eine Dokumentation
des islamischen Opferfestes zeigt (in einer arabischen Nachbarschaft
wird ein Hammel geschlachtet). Die Installation wirft Fragen nach
Opfer, Gewalt, Frieden und der Medialität von Erlösung auf.
- Michael Beisel, Kunstmappe zu "Loups et chèvres"
- mehr
- Bios / Bible:
Der Arm eines Industrieroboters schreibt, gesteuert durch ein Computerprogramm,
die ganze heilige Schrift innerhalb von sieben Monaten mittels eines
Tintenfüllers auf eine große Papierrolle. Das Foto zeigt
die Installation des Karlsruher Künstlerkollektivs robotlab (Matthias
Gommel * 1970, Martina Haitz * 1970,
Jan Zappe * 1969) aus dem Jahr 2007 beim Schreiben
von Lukas 1 (Textfassung Luther 1912). Der kalligraphische Duktus
erinnert an die jahrhundertelange Überlieferung der Bibel durch
Abschreiben, z.B. in mittelalterlichen Skriptorien und wirft die Frage
nach dem Sinn religiöser Tradition im industriellen Zeitalter
auf. Der Titel der Installation verweist sowohl auf die Abkürzung
BIOS (für ein funktionsnotwendiges Computerbauteil) wie auch
auf das griechische Wort für Leben.
- Michael Beisel, Kunstmappe zu "Bios Bible" - mehr
- Golgatha (No more nails):
Klebstoff-Dosen auf drei schlichten Eichenholzkreuzen mit dem Slogan
„Nie mehr Nägel“ bringt der österreichische
Künstler Michael Schuster (* 1956 , lebt und arbeitet in Graz)
anstelle der Jesusfigur und den mitgekreuzigten Schächern an
(vgl. Lk 23). Das Foto zeigt eines der Kreuze in Nahaufnahme. Die
Installation zeigt nicht nur das theologisch zentrale Thema der Kreuzigung
Jesu in einem neuen Licht, sondern hilft auch beim Nachdenken über
die „moderne“ Einstellung zu Leid, Gewalt und technologischer
Effizienz.
- Michael Beisel, Kunstmappe zu "No more nails" - mehr
- Mikve@Masada:
Raumgroß sind knie- bis brusthohe gebündelte Zeitungsstapel
aufgeschichtet, die Installation lässt einen Grundriss erahnen,
was durch das Aquarell an der Ausstellungswand zur Gewissheit wird.
Osvaldo Romberg (* 1938), Künstler und Architekturprofessor jüdischer
Abstammung, setzt sich mit der national und religiös bedeutungsgeladenen
Felsenfestung Masada hoch über Israels Totem Meer auseinander:
Dort hat er sich die Ruinen der Mikve ausgesucht, das Tauchbad zur
rituellen Reinigung, auf das selbst die jahrelang belagerten Aufstandshelden
auf Masada nicht verzichten wollen.
„Nur“ alte Zeitungen ? Das wirft Fragen der (religiösen)
Bedeutungszuschreibung auf: Ohne Berichte wäre Masada auch nur
ein profaner Haufen stummer Steine, aber selbst mit zeitgenössischer
schriftlicher Überlieferung durch den römisch-jüdischen
Geschichtsschreiber Josephus bleiben wie bei jedem historischen Dokument
Fragen, wie es wirklich war und was es heute (religiös) bedeutet.
- Michael Beisel, Kunstmappe zu "Mikve@Masada" - mehr
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