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Impressum
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Zur Ausstellung 2

 

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Gerhard Mevissen

 

Titelbild:
Wolfgang Petrovsky und Frank Voigt
"Feuerversicherung" aus der Grafikmappe
"Fastnacht und Aschermittwoch", 1983, Serigrafie

Zum 13. Februar, dem Tag der Zerstörung Dresdens, planen seit einigen Jahren Anhänger der Neonazis wiederholt Aufmärsche in Dresden.

In unserer Zeit ist es Aufgabe, das friedliche Gedenken in den Geschichtszusammenhang des Krieges zu stellen. Das Resultat – auch die Zerstörung Dresdens – hat ihre Ursache in dem Krieg, der von Deutschland ausging.

Die Ausstellung   G L U T S T A T T A S C H E   will auf dieses Thema eingehen.

Zehn zum größten Teil Dresdner Künstlerinnen und Künstler beziehen eindeutig und aussagestark Stellung: mit künstlerischen Mitteln wollen sie Zusammenhänge aufzeigen, wollen aufrütteln, sich gegen Krieg und Gewalt zu stellen und sich den Anfängen zu widersetzen.

Gewalt liegt in der Polarität des Menschen seit deren Existenz. Das Gebot "Du sollst nicht töten" ist radikal und zugleich grundlegend. Ein Leben in Frieden und ohne Gewalt ist Wunsch und Hoffnung der Menschheit durch alle Zeiten. Doch immer wieder sind Gewalt und Kriege bittere Realitäten. Dass es immer ein Menschheitstraum bleibt, auch eine Vision, ist wie Glut in die Herzen der Menschen gelegt und entflammt von Generation zu Generation neu.

Arbeiten aus der Grafikmappe "Fastnacht und Aschermittwoch", einer Gemeinschaftsarbeit von Wolfgang Petrovsky u. Frank Voigt, zeigen collagierte Geschichtsspuren meist aus der Zeit der Nazidiktatur und des 2. Weltkrieges in aufklärerischer Absicht zugespitzt: So z.B. überlagert die NS-Parole ›Bei hohem Erbwert ist Kinderreichtum nationale Pflicht!‹ im gleichnamigen Blatt ein Foto, das die toten Frauen und Kinder eines Luftschutzkellers zeigt, umrahmt von Reklame für Kinderwagen einer Firma König (Kai Uwe Schierz).

Jürgen Schieferdeckers Bildtrilogie ›Der Irrtum‹ nimmt Bezug auf die Kriegsherde in der Welt (Beuys als Mahner) und die Sterblichkeit des Menschen (Zitat eines Rilke-Gedichtes "Der Tod ist groß"). Mit dem Wortspiel ›(t)error‹ (eigentlich ein Computersignal) und dem "bösen Auge" denkt der Künstler über das "Experiment Mensch" nach und wendet sich gegen jede Art der Rechtfertigung von Gewalt (Heinz Weißflog).

Bernd Hanke mahnt mit den 3 Plakatentwürfen eindringlichst: DENKMALnach! Die Ölbilder von Hubertus Giebe führen in starker Farbe und großem Gestus die Schrecken der Gewalt und des Todes vor. ›Wer ist der Jäger, wer die Beute?‹ fragt Christine Schlegel mit einer Arbeit in Mischtechnik den Betrachter. Sie zitiert dabei ein, drastisch formuliertes Gedicht von Inge Müller (†1966).

Zwei Bronzegruppen von Volkmar Kühn sprechen in stark gestischen Hand-Haltungen eine eindeutige Körpersprache.

Angelika Busse
KUNSTDIENST der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Die Ausstellung   G L U T S T A T T A S C H E   war als reale Ausstellung in der KREUZKIRCHE DRESDEN vom 21. Januar bis 4. März 2012 zu besichtigen.

In diese beiden Artothekräumen bleiben 22 der 24 ausgestellten Kunstwerke auch virtuell zu betrachten.

Diese Artefakte sind im Raum 1 ausgestellt:

  • Hubertus Giebe, Das Gehäuse V
  • Christine Schlegel, Masse und Macht
  • Wolfgang Petrovsky/Frank Voigt,
    Kaufhaus Renner, Ausstellungsplakat
  • Bernd Hanke, DER faust...
  • Wolfgang Petrovsky/Frank Voigt, Feuerversicherung
  • Marita Kühn-Leihbrecher, Hautnah
  • Jürgen Schieferdecker, Der Irrtum - 3 Teile
  • Wolfgang Petrovsky/Frank Voigt,
    Fastnach und Aschermittwoch
  • Christine Schlegel, Wer ist der Jäger, wer die Beute?
  • Christine Schlegel, Der vorletzte Fahnenträger
  • Volkmar Kühn, Warum zum Tode

Diese Artefakte sind im Raum 2 ausgestellt:

  • Bernd Hanke, DENKMAL nach!
  • Bernd Hanke, der dritte weltkrieg hat keine namen
  • Wolfgang Bruchwitz, Männlicher Kopf
  • Wolfgang Petrovsky/Frank Voigt, Entwarnung
  • Klaus Hirsch, Bedrohung
  • Klaus Hirsch, Jannis' Himmel
  • Wolfgang Petrovsky/Frank Voigt,
    Bei hohem Erbwert ist Kinderreichtum nationale Pflicht
  • Marita Kühn-Leihbrecher, Kreuzweg/Wegkreuz
  • Christine Schlegel, Der Mann spielt
  • Hubertus Giebe, Aufscheinende Zeit
  • Volkmar Kühn, Situation I und II

Begrüßung von Dr. Frank Schmidt,

(...) Die der Kunst eigene Stärke des unmittelbar sinnlich Erlebbaren muss unbedingt als selbstständiger Wert beachtet sein, wenn es um gesellschaftliche Debatten geht. (...) Auch bei sehr ernsten bis brutalen Themen ist der künstlerische Beitrag zu Debatten in der Gesellschaft von der eigenständigen Form der Weltwahrnehmung und Weltvermittlung bildender Kunst bestimmt und damit meine ich eine unabdingbare Ästhetik, die erst die Vermittlung, Einwirkung, Erschütterung, ja bis zur gewollten Aufregung zu Stande bringt. (...)

Einführungsvortrag von Dr. Hans-Ulrich Lehmann,

(...) Artur Niekisch schrieb im Vorwort von Erhard Frommholds "Kunst im Widerstand" 1968: "Die Kunst ist sinnfällig werdendes, schöpferisches Vermögen des Menschen. Der Künstler reagiert auf die Inhalte des Daseins und antwortet auf diese in Bildern, Symbolen, Tönen und anderen Gestalten seiner Phantasie. Die Kunst ist die feinste Offenbarung menschlicher Produktivität" (...)

Nach-Wort von Angelika Busse,

(...) Erinnern – nicht verdrängen – ist der Anfang von Bewältigung.
Erinnern heißt: heute leben, in Verantwortung leben, nicht die Vergangenheit bewahren.
Erinnern, wie alles begann, genau hinsehen und mahnen, damit nicht wieder alles in Asche gelegt wird. (...)

:: Die Texte der drei Reden im pdf-Format ::

Die Künstlerinnen und Künstler:

Wolfgang Bruchwitz
1953 in Neubrandenburg geboren, Studium Malerei/Grafik an der HfBK Dresden, lebt und arbeitet in Dresden
E-Mail: wolfbruch@gmx.de

Hubertus Giebe
1953 in Dohna bei Dresden geboren, aufgewachsen in Schlottwitz, 1969-72 Abendstudium und 1974-76 Studium Malerei/Grafik der an der HfBK Dresden (Exmatrikulation auf eigenen Wunsch) und 1978 externes Diplom an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (anschl. Meisterschüler bei Bernhard Heisig), 1982-86 Leitung des künstlerischen Grundlagenstudiums für Malerei/Grafik an der HfBK Dresden mit Johannes Heisig, 1987-91 Dozentur Malerei/Grafik HfBK Dresden, erneut freischaffend tätig in Dresden
E-Mail: hubertus.giebe@t-online.de

Bernd Hanke
1947 in Radebeul geboren, aufgewachsen in Radeberg, 1969-1979 Ausbildung und Arbeit als Werbeökonom bei der DEWAG Dresden, 1993–1999 Gastdozent für Typografie und Marken-/Signet-/Logogestaltung an verschiedenen Bildungseinrichtungen in Sachsen und Bayern, ab 1982 freischaffender Grafiker, Gründungsmitglied der Internetplattform www.plakat-sozial-bmg04.de, lebt und arbeitet in Dresden
E-Mail: h@nke-design.com

Klaus Hirsch
1941 in Stollberg geboren, Fachschule für angewandte Kunst Magdeburg, Fachrichtung angewandte Malerei, seit 1966 in Magdeburg, Plauen und Lugau als Diplom-Designer, Innenarchitekt, Maler/Grafiker tätig, lebt in Lugau bei Chemnitz
Tel.: 037295-678 84

Volkmar Kühn
1942 in Königsee/Thüringen geboren, 1959-1962 Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Leipzig, Abteilung Plastik, seit 1964 freiberuflich in Gera tätig, lebt in Wünschendorf, Kloster Mildenfurth
Tel.: 036603-88 276

Marita Kühn-Leihbecher
1944 in Gera geboren, 1977-79 Studium an der Fachhochschule für Angewandte Kunst Schneeberg, 1975-91 Studium in der Förderklasse Malerei/Grafik des Bezirkes Gera, lebt und arbeitet in Wünschendorf, Kloster Mildenfurth
Tel.: 036603-88 276

Wolfgang Petrovsky
1947 in Freital-Hainsberg geboren, 1966-70 Studium Karl-Marx-Univ. Leipzig, Diplom- Kunsterzieher, 1979-89 Zirkelleiter im Chemiekombinat Bitterfeld, seit 1989 Arbeit am Bitterfeld- Projekt, Mitbegründer des Kunstvereins Bitterfeld- Wolfen und Mitinitiator des Aufrufes "Künstler für Bitterfeld"; Mitbegründer Kunstverein Freital, 1990-93 Lehraufträge an der HfBK Dresden, Hamburg und an der TU Dresden/Architektur, seit 1979 freischaffend tätig in Freital
Tel.: 0351-644 24 44

Jürgen Schieferdecker
1937 in Meerane geboren, 1955-1962 Architekturstudium an der TU Dresden, Arbeit als Architekt und bildkünstlerische Arbeit als Maler, Grafiker und Objektkünstler, seit 1975 Lehrtätigkeit an der TU Dresden/Architektur, 1993-2003 dort Professur
Tel.: 0351-471 14 97

Christine Schlegel
1950 in Crossen bei Zwickau geboren, aufgewachsen in Dresden, 1969-1973 Abendstudium an der HfBK Dresden, 1973-1978 Studium Malerei/Grafik HfBK Dresden, seit 1978 freischaffend tätig auf vielen Gebieten der bildenden Kunst (Malerei, Grafik, Film, Aktionskunst)
Tel.: 0351-410 99 70

Frank Voigt
1946 in Dresden geboren, 1969–1974 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, seit 1995 Computermontagen und Computer-Videos, 1997–2005 Lehrtätigkeit an der Berufsfachschule BEST SABEL in Freital, seit 1974 freischaffend (Dresden–Freital–Pinnewitz)
Tel.: 03524-651 530