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„... und jetzt?!“
Ein Fotoprojekt der Hauptschule Bärendelle (Frau Anna Bartmann-Hill)
und der Hauptschule Am Stoppenberg (Herrn Rainer Düchting), Essen
in Kooperation mit dem Katechetischen Institut des Bistums Essen, unterstützt
durch den Mercator Schulclub.
Fotos: Florian
Sander (Frühjahr 2005)
Das wollen wir mit den Bildern dieser Ausstellung
zeigen:
Welche Sorgen, welche Ängste, welche Probleme haben Jugendliche
heute?
Oder:
Was könnte ihnen passieren?
Wir haben versucht, das Leid, das Pech, den Misserfolg, die Not oder
das Unglück,
das ein Schüler oder ein Jugendlicher erlebt hat oder von dem er
befürchtet, es erfahren zu müssen,
so gut wie möglich mit je einem Foto auszudrücken.
Man soll also, eigentlich ohne weitere Texte zu lesen, sehen und erfahren,
um welches Problem eines Jugendlichen es hier geht.
Jugendliche und erwachsene Betrachter sollen durch die Bilder ins Nachdenken
geraten,
vielleicht miteinander ins Gespräch kommen,
hoffentlich nach Lösungen suchen, um solche Probleme zu vermeiden.
Diese Ausstellung soll zeigen, wie Jugendliche erleben und lernen,
ihr Kreuz zu (er)tragen und wie sie versuchen, damit klar zu kommen.
Wir zeigen unser Leid, unsere Schmerzen, unsere Ängste und unsere
Probleme.
Vielleicht gelingt es dadurch, dass nicht noch mehr Jugendliche
solche Probleme bekommen wie wir sie zum Teil jetzt erleben.
Daneben sollen aber auch andere Menschen ein Bild davon bekommen,
wie wir Jugendliche uns heutzutage Gott und Jesus vorstellen,
der damals sein Kreuz getragen hat.
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Ende einer Freundschaft
Ich brauche eine Freundin, bei der ich mich ausweinen kann.
Es kann aber passieren, dass eine lange Freundschaft mal zerbricht.
Davor habe ich Angst.
Ich habe eine beste Freundin, der ich alles erzählen kann.
Ich kann ihr meine Geheimnisse anvertrauen und sie behält
sie auch für sich. Wenn meine beste Freundin unsere Freundschaft
jemals abbricht, dann würde das für mich Kummer und
Schmerz bedeuten.
Ich fühle mich dann im Stich gelassen.
Außerdem hätte ich Angst, keine Freundin mehr zu finden
und Angst vor dem Alleinsein.
Wenn ich keine Freundin hätte, könnte ich meine Geheimnisse
auch nicht mit ihr teilen.
Das ist sozusagen eine schwere Last, die ich dann tragen muss.
Angelika, 15 Jahre, Hauptschule Bärendelle
Angst, dass die Freundschaft zerbricht
Eine Freundschaft ist für mich sehr wichtig – ich
habe Geheimnisse, die ich nur ganz besonderen Menschen anvertrauen
möchte. Deshalb ist für mich meine Freundin sehr wichtig.
Wir unternehmen sehr viel gemeinsam und typisch ist für uns
auch immer „ablästern“.
Wenn sich jetzt eine von uns beiden verliebt, wird es sehr schwierig.
Mit der ersten großen Liebe ist es immer am schönsten,
deshalb möchte man soviel Zeit wie möglich miteinander
verbringen. Und jetzt steht die Freundin an der letzten Stelle.
Der Kontakt bricht ab.
Und so geht dann die beste Freundschaft zu Ende.
Melanie 16 Jahre, Hauptschule Bärendelle
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Ausgeschlossen - Thema:
Allein unter vielen Und dann bist du plötzlich allein.
Vor einer Stunde noch haben einige mit mir gesprochen.
Doch dann plötzlich war Schluss.
Ich war draußen.
Nur noch mitleidige Blicke.
Warum?
Ich weiß es nicht.
Irgendeine Bemerkung von einem, der überall gut ankommt.
Warum?
Und wie kommt man wieder da rein?
Daniel, 17 Jahre, Hauptschule Am Stoppenberg |
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„Abziehen“
Wir als Jugendliche haben Angst,
von Stärkeren erpresst oder bedroht zu werden.
Früher haben wir beide Streitigkeiten
auch immer mit den Fäusten gelöst.
Das ging nicht immer gut.
Jetzt wissen wir, das wir Probleme besser mit Worten
Regeln, weil wir älter und reifer geworden sind.
Marius, 14 Jahre und Pascal, 16 Jahre, Hauptschule Bärendelle |
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Gewalt
Auf dem Bild sieht man eine Gruppe von Jugendlichen, die einen
einzelnen hilflosen Jungen
beschimpfen und auf ihn einschlagen.
Wir wollen versuchen, die Gewalt gegenüber hilflosen Jungen
oder Kindern zu vermeiden. Die Leute, die Kinder haben, fragen
sich oft, warum ihre Kinder mit Wunden nach Hause kommen.
Und von der Kindern bekommt man meistens nicht heraus, was passiert
ist.
Wir wollen daher die Gewalt auf den Straßen vermindern.
Tobias, Marius, Pascal, André, Sandra, Sandra, Hauptschule
Am Stoppenberg
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Ausländer? Feind?
Da ich selber eine Ausländerin bin, sage ich :
Hautfarbe, Religion oder Nationalität dürfen KEINE große
Rolle spielen.
Um zu wissen, wie eine Person so ist, muss man sie kennen lernen.
Wenn man sich näher kennt, weiß man vieles mehr und
kann sogar sagen dass diejenige Person nett und sympathisch ist.
Meine Meinung lautet: Ausländer hin oder her!
Jeder ist ein Mensch – alle Menschen unterscheiden sich!
Wären alle Menschen gleich, wäre es total langweilig,
wenn alle gleich aussehen würden und keine Unterschiede bestehen
würden!
Kamilla, 17 Jahre, aus Polen, HS Bärendelle
Wir Menschen sind gleich?
Ich erlebe es und weiß: Es gibt so viele verschiedene Menschen
auf unserer Welt.
Zwar sehen nicht alle gleich aus, jeder hat seine persönlichen
Eigenschaften.
Ich habe erlebt, dass dunkelhäutige Menschen am häufigsten
gehänselt und gedemütigt werden-
weil sie sich von den anderen Menschen hier unterscheiden.
Obwohl wir alle „Menschen“ sind, verletzen wir Menschen
tief, weil sie anders sind.
Ich denke, um das zu verhindern, müssen wir zusammenhalten
und uns so sehen ,wie wir sind
und im Gewissen haben, dass wir alle Menschen sind.
Mirko 15 Jahre, aus Jugoslawien /Serbien, HS Bärendelle |
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Gewalt
Es geht um zwei Jugendliche, die sich nicht leiden können
und immer, wenn sie sich begegnen, kurz davor sind, sich zu prügeln.
Und mit diesem Bild wollen wir ausdrücken, dass viel zu viel
Gewalt unter uns ist.
John und Benjamin, Hauptschule Am Stoppenberg |
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Werden sie sich diesmal
trennen?
Schon wieder Streit!
Warum?
Es sind meine Eltern!
Wo bleibe ich?
Tobias, 15 Jahre, HS Bärendelle
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Obdachlos
Dieses Thema hat eine große Bedeutung für mich.
Auch ich kann obdachlos werden, z.B. Wenn meine Eltern keine Arbeit
mehrt haben und keine mehr finden.
Dann können wir die Miete nicht mehr bezahlen, fliegen aus
der Wohnung und landen auf der Straße.
Es beschäftigt mich, weil es wirklich jedem passieren kann.
Wenn ich obdachlos bin, habe ich viele Probleme,
die mit dem Obdachlossein zu tun haben:
Wo kann ich jetzt wohnen?
Wo kann ich jetzt hin, wenn ich kein Dach mehr über dem Kopf
habe?
Wo bekomme ich jetzt Essen und Trinken her?
Wie kann ich schnell wieder an Geld kommen?
Wie bekommt mein Vater schnell wieder Arbeit?
Wenn er dann wieder Arbeit hat, wo bekommen wir dann eine Wohnung
her?
Jörn, 15 Jahre, Hauptschule Bärendelle
Obdachlos
Mich treibt die Angst zu sterben.
Es quält mich Tag für Tag.
Wohin werde ich gehen?
Wie sieht der nächste Tag aus?
Wenn es regnet?
Wo kann ich schlafen?
Ich habe Angst, das zu verlieren,
was ich noch habe:
Liebe, Zuneigung
Familie, mein Hab und Gut.
David, 15 Jahre, Hauptschule Bärendelle
Obdachlos
Die Angst zu überleben.
Quält den Jungen Tag für Tag.
Wohin?
Wie sieht der nächste tag aus?
Wenn es regnet?
Wo kann ich schlafen?
Tobias, 15 Jahre, Hauptschule Bärendelle |
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Angriffe - Thema:(Mobbing
Auf diesem Bild möchte ich meine Sorgen darstellen, die
ich für die Zukunft habe.
Ich habe Sorgen, dass mich Bekannte, Freunde, Mitmenschen
oder ganz fremde Menschen einfach angreifen.
Ich liege dann am Boden.
Die anderen treten auf mich ein.
Schreien.
Und niemand hilft.
Viele von uns haben Angst vor solcher Gewalt.
Stefanie, 17 Jahre, Hauptschule Am Stoppenberg |
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